Früherkennung des Diabetes

Angesichts der Häufigkeit des Diabetes und dem Fehlen typischer Symptome in den frühen Stadien der Erkrankung, ist eine Früherkennungs-Untersuchung („Screening“) auf Diabetes zu empfehlen. Dies gilt insbesondere, da auch heute in vielen Fällen der Diabetes erst dann erkannt wird, wenn er schon dauerhafte, irreparable Schäden im Körper hinterlassen hat!

 

Traditionell wird dazu eine Bestimmung des morgendlichen Blutzuckers vorgenommen. Diese muss nüchtern, mindestens 8 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme und aus der Vene erfolgen. Die Messung muss mit einer exakten Labormethode erfolgen, eine Messung mit einem Handgerät für Diabetiker ist nicht zulässig. Ein Blutzucker von 100 mg/dl oder darüber zeigt einen gestörten Stoffwechsel an.

 

Heute wird zunehmend auch der Langzeitblutzuckerwert, der HbA1c-Wert, zur Früherkennung empfohlen und eingesetzt. Vorteil ist, dass dieser nicht nur eine Momentaufnahme des Blutzuckers zum Zeitpunkt des Arztbesuches liefert, sondern die durchschnittliche Höhe der Blutzuckerwerte der letzten 12 Wochen wiedergibt. Der HbA1c kann zudem jederzeit bestimmt werden, auch wenn der Patient bereits gegessen hat. Ein HbA1c-Wert von 5.7% oder darüber zeigt einen möglicherweise gestörten Stoffwechsel an.

 

Bezüglich des optimalen Diabetes-Screenings besteht keine Einigkeit. Die American Diabetes Association empfiehlt, eine der beiden genannten Untersuchungen ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich durchzuführen. Besteht ein erhöhtes Risiko für Diabetes, sollte das Screening schon ab dem 40. Lebensjahr begonnen werden.

Risikofaktoren für Diabetes

Eine Reihe von Faktoren kann das Risiko erhöhen, im Laufe des Lebens einen Diabetes zu entwickeln. Besonderes wer mehrere solcher Risikofaktoren aufweist, sollte sich früh und regelmässig auf die mögliche Entwicklung eines Diabetes untersuchen lassen.

 

Wichtigster Risikofaktor ist die genetische Belastung, denn besonders der häufige Typ 2-Diabetes ist eine in hohem Masse erbliche Erkrankung. Aber auch Übergewicht und Bewegungsmangel spielen eine entscheidende Rolle.

 

Die wichtigsten Risikofaktoren, an einem Typ 2-Diabetes zu erkranken, sind:

Risikofaktoren für Typ 2-Diabetes
Zunehmendes Lebensalter
Genetische Belastung: Vorkommen von Diabetes in der Familie, insbesondere bei erstgradigen Verwandten (Eltern, Geschwister)
Vorausgegangener Schwangerschaftsdiabetes oder Geburt eines Kindes von über 4000g Geburtsgewicht
 Bluthochdruck
 Übergewicht
 Gestörte Blutfette, insbesondere erhöhte Triglyceride, erniedrigtes HDL
Bewegungsmangel
 Polycystisches Ovar-Syndrom (PCO-Syndrom)
Zugehörigkeit zu ethnischen Risikogruppen (asiatische, lateinamerikanische oder afrikanische Herkunft)