Das Parathormon und die Regulation des Kalziumhaushaltes

Die Nebenschilddrüsen kontrollieren ständig die Menge des im Blut vorhandenen Kalziums. Fällt das Kalzium im Blut ab, so reagieren die Nebenschilddrüsen sofort mit einer Ausschüttung ihres Hormons, des Parathormon (PTH). Das Parathormon steigert den Blutkalziumspiegel über verschiedene Mechanismen, die vor allem den Knochen und die Niere betreffen:

  • Das Parathormon bewirkt eine Aktivierung der "Fresszellen" des Knochens, der Osteoklasten. Diese setzen Kalzium aus dem grössten Kalziumspeicher unseres Körpers, dem Knochen, frei, wodurch ein schnelles Wiederansteigen des Blutkalziums bewirkt wird.
  • In der Niere sorgt das Parathormon dafür, dass weniger Calcium mit dem Urin ausgeschieden wird.
  • Zum anderen bewirkt es in der Niere aber auch eine vermehrte Aktivierung des Vitamin D, ein etwas komplexerer Mechanismus. Das Vitamin D ist der andere Hauptverantwortliche in der Regulation des Kalziumhaushaltes. Es wird unter der Einwirkung des Sonnenlichtes in der Haut in einer zunächst weitgehend unwirksamen Form hergestellt. Erst durch einen Aktivierungsprozess, der in der Leber beginnt und in der Niere abgeschlossen wird, wird es zum aktiven Vitamin D (1-25-Hydroxyvitamin D). Das aktive Vitamin D wiederum bewirkt eine verstärkte Aufnahme von Calcium aus dem Darm, um einen ausreichenden Nachschub von Kalzium aus der Nahrung sicherzustellen.

 

Die folgende Grafik illustriert, wie das Parathormon den Blutkalziumspiegel steuert:

 

Die Regulation des Kalziumhaushaltes durch das Parathormon
Die Regulation des Kalziumhaushaltes durch das Parathormon
  • Links: Die Nebenschilddrüse produziert das Parathormon (kurz PTH) sobald sie fühlt, dass der Kalziumspiegel im Blut abfällt.
Sobald sich der Kalziumspiegel wieder normalisiert hat, sinkt die Produktion des Parathormons wieder ab. Parathormon hat nur eine sehr kurze Lebensdauer von wenigen Minuten, so dass der Körper den Spiegel des Hormons, je nach aktuellem Bedarf, sehr schnell anheben oder absenken kann.