Ursachen der Osteoporose

In den meisten Fällen ist die Osteoporose ein eigenständiges Problem, welches nicht durch eine andere Erkrankung ausgelöst wird. Dies nennt man in der Medizin eine "primäre Osteoporose". Im ersten Abschnitt dieser Seite zeigen wir Ihnen, welche Umstände das Risiko ihres Auftretens erhöhen. In einigen Fällen wird die Osteoporose hingegen durch eine andere Erkrankung oder auch durch die Gabe bestimmter Medikamente ausgelöst: Dies nennen wir "sekundäre Osteoporose". In diesem Fall ist die Osteoporose also eigentlich nur Symptom eines anderen gesundheitlichen Problems. Das Vorliegen einer sekundären Osteoporose zu erkennen, ist wichtig: Denn lässt sich ein Auslöser der Osteoporose identifizieren und beseitigen, normalisiert sich häufig auch die Knochenstärke wieder. Mehr zur sekundären Osteoporose lesen Sie im zweiten Abschnitt dieser Seite.

Risikofaktoren für primäre Osteoporose

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die wichtigsten Risikofaktoren für das Auftreten einer Osteoporose. Liegen mehrere der aufgeführten Risikofaktoren bei einem Menschen vor, steigt das Risiko für eine Osteoporose besonders stark an.

Risikofaktoren für Osteoporose
Zunehmendes Lebensalter
Weibliches Geschlecht
  Niedriges Körpergewicht
Familiengeschichte für Osteoporose
(vor allem bei Auftreten von Schenkelhalsfrakturen bei Mutter oder Vater)
Frühe Menopause
Körperliche Inaktivität
Hoher Alkoholkonsum (mehr als drei alkoholische Getränke täglich) 
 Nikotinkonsum
Ernährungsfaktoren: Mangel an Eiweiss, Calcium oder Vitamin D in der Nahrung 

 

Wie sie sehen, handelt es sich bei einigen dieser Risikofaktoren um umveränderliche Umstände, wie dies z.B. beim Lebensalter oder auch beim Geschlecht der Fall ist. Andere der Risikofaktoren können hingegen durch eine Umstellung des Lebensgewohnheiten beseitigt werden, wie z.B. die körperliche Inaktivität. Dies ist nicht nur wichtig, wenn man das Auftreten einer Osteoporose verhindern möchte: Denn auch wenn eine Osteoporose bereits vorliegt, ist eine konsequente Beseitigung der beeinflussbaren Risikofaktoren die Grundlage einer erfolgreichen Therapie.

Osteoporose als Symptom einer anderen Erkrankung: Sekundäre Osteoporose

Löst eine andere Erkrankung oder auch die Gabe knochenschädigender Medikament eine Osteoporose aus, dann nennen wir dies eine sekundäre Osteoporose. Vor allem die Auslösung einer Osteoporose durch Medikamente ist relativ häufig: So führt beispielsweise die hochdosierte Therapie mit Kortisonpräparaten, wie sie z.B. bei Rheumaerkrankungen notwendig ist, zu einem schnellen Verlust an Knochenmasse.

 

Die folgende Tabelle gibt Ihnen zunächst eine Übersicht über die wichtigsten Erkrankungen, die eine sekundäre Osteoporose verursachen können:

Erkrankungen, die eine sekundäre Osteoporose auslösen
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Nebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyreoidismus)
  Kortisonüberproduktion (Cushing-Erkrankung)
Geschlechtshormonmangel (Hypogonadismus)
Gestörte Nährstoffaufnahme (Malresorption, z.B. bei Darmerkrankungen)
Magersucht (Anorexia nervosa)
Wachstumshormonmangel (Somatotrope Insuffizienz)
Schwere Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz)
Plasmozytom

 

Bei Feststellung einer Osteoporose wird empfohlen, einmalig eine Untersuchung auf das Vorliegen einer dieser Erkrankungen durchzuführen. Dies geschieht durch eine kurze Untersuchung des Patienten, das Erheben der Krankheitsgeschichte und einen einfachen Bluttest. Diese "osteologische Basisdiagnostik" muss nur einmalig erfolgen. Wird sie nicht durchgeführt, besteht aber die Gefahr, dass eine Erkrankung, die zur Osteoporose geführt hat und behandelt werden müsste, nicht erkannt wird.

 

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen nun abschliessend auch noch die wichtigsten Medikamente, die zur Entstehung einer Osteoporose führen können. Bei Vorliegen einer Osteoporose sollte möglichst versucht werden, alle Medikamente abzusezten oder auszutauschen, die den Knochen schädigen können und möglicherweise für die Osteoporose verantwortlich sind. Das ist aber nicht immer möglich: Vor allem zu einer Kortisontherapie, wie sie z.B. bei Rheumaerkrankungen oder auch nach Transplantationen notwendig ist, gibt es häufig keine Alternative. Wenn vorauszusehen ist, dass ein Patient eine Kortisontherapie mehr als nur wenige Wochen benötigen wird, sollte deshalb schon prophylaktisch ein Medikament gegen Osteoporose gegeben werden.

Medikamente, die eine sekundäre Osteoporose auslösen
Kortisontherapie (Achtung: Betriff nicht die Kortisonersatz-Therapie mit physiologischen Dosen von Kortison!)
Überdosierung von Schilddrüsenhormon
Aromatasehemmer (hemmen die Umwandlung von Testosteron in Östrogen)
Glitazone (Diabetesmedikamente, in Deutschland nicht mehr verschreibungsfähig)