Die Steuerung der Schilddrüse durch das TSH

Woher weiss die Schilddrüse, welche Menge von Schilddrüsenhormon gerade im Körper benötigt wird?  Wie alle endokrinen Organe ist sie dazu in einen Regelkreis eingebunden.  In einem Regelkreis wird die Aktivität einer hormonproduzierenden Drüse durch ein übergeordnetes Steuerzentrum kontrolliert. Dieses Steuerzentrum misst fortlaufend, wieviel Hormon im Blut enthalten ist und teilt der hormonproduzierenden Drüse mit, ob die Menge in Ordnung ist oder gerade mehr oder weniger Hormon benötigt wird. Im Falle der Schilddrüse ist dieses übergeordnete Steuerzentrum die Hirnanhangsdrüse, die Hypophyse
Die Lage der Hirnanhangsdrüse, Hypophyse, die auch die Schilddrüse steuert
Die Lage der Hirnanhangsdrüse, Hypophyse, die auch die Schilddrüse steuert

Die Hypophyse ist das wichtigste hormonelle Steuerzentrum des Körpers: So kontrolliert sie neben der Schilddrüse auch die Herstellung von Geschlechtshormonen, von Kortison, Wachstumshormon und anderen Hormonen.

Die Funktion der Schilddrüse reguliert die Hypophyse, indem Sie das Steuerhormon TSH produziert, welches die Schilddrüse anregt. Die folgende Abbildung zeigt, wie die Hypophyse auf eine abfallende Menge von Schilddrüsenhormon im Blut reagiert und wie sich dabei Schilddrüse und Hypophyse gegenseitig beeinflussen.

Die Steuerung der Schilddrüse durch das Hormon TSH

Erläuterung der Grafik:

  • Oben links: Sobald die Hypophyse misst, dass die Menge von Schilddrüsenhormon im Blut abfällt, wird sie aktiv und beginnt, die Schilddrüse zu einer stärkeren Hormonproduktion anzuregen.
  • Oben rechts: Das Signal an die Schilddrüse, mehr Hormon herzustellen, gibt die Hypophyse, indem sie das Steuerhormon TSH (Thyroidea-stimulierendes Hormon) ins Blut abgibt. Je mehr TSH im Blut vorhanden ist, umso aktiver wird die Schilddrüse.
  • Unten rechts: Durch die Anregung der Hormonproduktion der Schilddrüse durch das TSH kommt es zu einem Anstieg der Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Blut.
  • Unten links: Die höhere Menge von T3 und T4 im Blut wirkt nun wiederum hemmend auf die Hypophyse, die ihre TSH-Ausschüttung daraufhin drosselt. Sobald das TSH im Blut abfällt, senkt auch die Schilddrüse ihre Hormonproduktion wieder ab, der Regelkreis ist geschlossen.

 

Die Hypophyse registriert auch geringste Abweichungen der Schilddrüsenhormonproduktion von der Norm und steigert oder senkt daraufhin basierend ihre TSH-Produktion, um die Menge von Schilddrüsenhormon im Blut wieder zu normalisieren.

 

Bei der Untersuchung der Schilddrüse ist deshalb die Bestimmung des TSH in der Blutuntersuchung ein sehr wichtiger Parameter:

  • Liegt das TSH im Normbereich, sind stärkere Funktionsstörungen der Schilddrüse unwahrscheinlich.
  • Ist das TSH erhöht, versucht die Hypophyse offenbar, die Schilddrüse zu mehr Hormonproduktion anzuregen: Es muss also ein Mangel an Schilddrüsenhormon vorliegen.
  • Das Gegenteil gilt, wenn ein niedriges TSH festgestellt wird: Die Hypophyse hat einen Überschuss an Schilddrüsenhormon registriert und versucht diesen durch verminderte Anregung der Schilddrüse auszugleichen.