Schilddrüsenvergrösserung (Struma)

Der Begriff Struma (im Volksmund auch "Kropf") bezeichnet eine Vergrösserung der Schilddrüse, unabhängig von ihrer Ursache. Eine leichte Schilddrüsenvergrösserung macht meist keine oder nur geringe Beschwerden. Eine grosse Struma kann hingegen zu Druckerscheinungen führen: Für die Patienten kann sich dies als Druckgefühl, vemehrtes Räuspern, Schluckstörung und, im Extremfall, durch Atemnot bei Kompression der Luftröhre äussern. Jede Struma bedarf einer Abklärung, um ihre Ursachen aufzudecken, ein fortschreitendes Grössenwachstum der Schilddrüse zu verhindern und eventuell bestehende Funktionsstörungen der Schilddrüse nicht zu übersehen. Schilddrüsenvergrösserungen sind häufig: Sie finden sich, grob geschätzt, bei etwa 10-15% der Bevölkerung.
Eine Vergrösserung der Schilddrüse bedeutet nicht automatisch, dass auch eine Störung der Schilddrüsenfunktion vorliegt: Eine Jodmangel-Struma in einem frühen Stadium zeigt in der Regel keine Auffälligkeiten bezüglich der Hormonausschüttung.

Ursachen einer Struma

Verschiedene Erkrankungen können mit einer Vergrösserung der Schilddrüse einhergehen. Weltweit ist der chronische Jodmangel die häufigste Ursache einer Struma. Aber auch die Hashimoto-Thyreoiditis, die wichtigste Ursache der Schilddrüsenunterfunktion, oder der Morbus Basedow, eine verbreitete Form der Schilddrüsenüberfunktion, gehen häufig mit Schilddrüsen-Vergrösserungen einher. Eine Übersicht über mögliche Ursachen gibt die folgende Tabelle:

Ursachen einer Schilddrüsenvergrösserung (Struma)
Jodmangel
Morbus Basedow
Hashimoto-Thyreoiditis
Thyreoiditis de Quervain
Schilddrüsenkrebs
Infiltrative Erkrankungen (Amyloidose, Sarcoidose, Sklerodermie u.a.)
Postpartale Thyreoiditis
Medikamentös bedingte Thyreoiditis

Diagnostik und Therapie der Struma

Zur Abschätzung der Grösse der Schilddrüse erfolgt in der Regel zunächst eine Ultraschall-Untersuchung. Männer haben im Durchschnitt eine etwas grössere Schilddrüse als Frauen, ein Volumen bis etwa 25ml gilt als Obergrenze der Norm. Bei Frauen gilt ein Schilddrüsenvolumen bis etwa 18ml als normal.

 

Die häufigste Ursache der Schilddrüsenvergrösserung, die knotige Jodmangelstruma, lässt sich durch die Ultraschalluntersuchung bereits einfach diagnostizieren. Ergänzend werden Laboruntersuchungen (Bestimmung der Schilddrüsenhormone / des TSH, evtl auch Antikörperbestimmung) durchgeführt, um den Funktionszustand der Schilddrüse zu bestimmen und in unklaren Fällen die Ursache sicher festzulegen. Bei sehr grossen Strumen ist manchmal eine zusätzlich Untersuchung mittels Computer- oder Kernspintomographie notwendig, um die Ausbreitung in die Tiefe, hinter das Brustbein, sicher zu beurteilen.

 

Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Wenn wenig Beschwerden bestehen, kann beispielsweise bei der Jodmangelstruma durch eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen oder auch durch eine Radiojodtherapie eine Schrumpfung der Struma erzielt werden. Bei ausgeprägten Beschwerden, insbesondere bei beginnender Kompression der Luftröhre, ist eine operative Entfernung der vergrösserten Schilddrüse notwendig, um die Symptome schnell zu lindern.